Karl Burian

Hauptmann. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1896    † 1944

 

Lebenslauf

Karl Burian wurde am 4.8.1896 in Wien geboren. Er war Hauptmann.

Gründer einer legitimistischen Widerstandsgruppe

Karl Burian war Gründer einer legitimistischen Widerstandsgruppe.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 13. 10. 1938 wurde Karl Burian verhaftet, und am 9. 12. 1943 zum Tode verurteilt. Am 13.3.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„(…) hat im Jahre 1938 in Wien eine legitimistische Organisation aufgebaut und dabei durch zahlreiche Besprechungen mit legitimistischen Gesinnungsgenossen den Hochverrat organisatorisch vorbereitet. Er hat dabei auch Verbindungen zu ausländischen legitimistischen Funktionären unterhalten. Außerdem hat er deutsche Staatsgeheimnisse auszuspähen und an den polnischen Nachrichtendienst zu verraten unternommen. (…) Burian diktierte (…) den Entwurf eines Flugblattes folgenden Wortlauts: ’Flugblatt 3. Adolf Hitler in Wien. Am Mittwoch, dem 16. ds. [Monats], kam Adolf Hitler der Größenwahnsinnige nach Wien und stieg im Schloss Schönbrunn ab. Da die Bewachung und sein Incognito nicht genug gewahrt werden konnte, mussten im Parlament Räumlichkeiten fürstlich eingerichtet werden, und zwar a. d. Hofmobiliendepot, damit er wie ein Pascha und doch unerkannt in Wien seine nicht geraden Ziele verfolgen kann.‘“

Gedenkstein

Sein Name steht auf dem Gedenkstein Wien 12 (Ecke Schwenkgasse/Edelsinnstraße).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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